Von Katzen lernen: Lerntipps von Choco und Goofy

Ja, da seid ihr. 

Unsere Zwillinge. Familienzuwachs sozusagen.

Seit gestern. 

Zwei Jungs.

Klein, niedlich, einfach zum Reinbeißen. Ach nein, aus dem Reinbeißen wird wohl nichts bei euch Fellbüscheln.

Wie ihr heißen werdet?

Maxi will dich, sein Kater-Baby, Goofy nennen.

Und du wirst Choco und gehörst Laurin und Anna. Ein richtig leckerer, schokoladiger Name. 
Ja, du bist der auf dem Titelbild.
Du lebendiger Katzenjunge. 

Warum ich jetzt über euch Katzen schreibe?

Weil ich gerade überwältigt bin. Von so viel schneeweißem Fell, von 8 winzigen Pfoten, von einer lila und einer braunen Schnauze, von zwei Paar Kätzchenaugen.

Und weil ich gerade merke, dass ihr Katzen uns viel lehren könnt. Lehren über das Lernen. Katzen-Lerncoaching. 

Inwiefern?

Der Reihe nach.

Und wo bist du, unser Katzenbaby Goofy? Ganz unten im Blogartikel, damit alle Leser*innen bei deinem Anblick nochmals so richtig dahinschmelzen können. 

1. Katzenauthentizität. Und Achtsamkeit.

Miezekatzen. „Muinen„, sagen wir in Südtirol zärtlich. Oder „Muinelen„. 

Es gibt euch – besser gesagt, eure Vorfahren – seit 50 Millionen Jahren

Ihr habt euch durchgesetzt in der Evolutionsgeschichte. Es gibt euch immer noch. 

Das heißt, ihr seid euren Weg gegangen. Habt euch angepasst bis zu einem gewissen Grad. Und seid trotzdem ihr selbst geblieben. Geachtet und bewundert. Meistens.

Weil ihr unabhängig bleibt und trotzdem zum Kuscheln einladet.

Was lernen wir daraus?

Etwas Fundamentales für unser Leben: authentisch unseren Weg zu gehen und gleichzeitig ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu sein. 

2. Digitalkatzen. Und Google.

Wusstet ihr, dass ihr auf Google in 30 Millionen Artikeln zu finden seid?

 Unglaublich, oder? 

So wichtig seid ihr uns Menschen, so vernarrt sind wir in euch. 

Ganz nebenbei könnte man also behaupten, dass ihr Katzen Internet-fit seid, denn ihr schafft es in Top-Rankings auf Google. Ihr seid Profis, was Social media und Suchmaschinen betrifft.

Bei eurem Anblick brechen wir in emotionale Begeisterungsstürme aus. „Sooo süüüß! Sooo witzig! Sooo wunderbar!“

Sooo ist es. 

3. Katzenbuckel. Und Kopfhaltung.

Ihr habt einen flexiblen Rücken. Yoga-Praktizierende wissen das. 

Ihr Katzen habt kein Schlüsselbein und kommt deshalb sogar an die unvorstellbarsten Schlupfwinkel. Ich freue mich schon auf die Katzen-Suche in unserem Haus. 

Wo ihr euch wohl überall verstecken werdet?

Unser Lern-Snack hierbei: Flexibilität ist gefragt. Ein starker und aufrechter Rücken, der gleichzeitig aber auch weich und biegsam sein kann, anpassungsfähig.

Ok, merken wir uns.

Und noch zur Ergänzung:
Ihr klettert aufrecht mit dem Kopf nach oben auf einen Baum. 

Und ihr klettert aufrecht mit dem Kopf nach oben wieder runter. 

Warum? Weil eure Krallen sonst abrutschen würden. 

Kopf hoch zahlt sich also aus. Für euch. Für uns auch. 

4. Chill & Schlaf. Und gönn dir.

Ihr Katzen schlaft durchschnittlich 16 Stunden

Das sind 70% eures Lebens. 

6 Stunden dienen übrigens der Körperpflege

In den restlichen beiden Stunden schafft ihr den Rest, also alles, was sonst noch so wichtig ist in eurem Leben. Fressen und Jagen, Spielen, Ballast loslassen (das wäre jetzt ein Euphemimus für die Tätigkeit auf dem Katzenklo) usw. 

Null Stress. Es geht, was geht. 

Warum eilen, wenn es auch gemütlich geht?

Der Bezug zum Lernen ist gefragt?
Schlafen ist wichtig. 

Ein müdes Gehirn ist nicht aufnahmefertig. 

Konzentrationsprobleme sind die Folge. 

Besonders häufig bei Jugendlichen, weil die abends grundsätzlich sehr selten müde sind. Sie können aber nix dafür für diese Un-Müdigkeit

Hängt mit dem Schlafhormon Melatonin zusammen, das in dieser Entwicklungsphase mit zwei Stunden Verspätung ausgeschüttet wird. Kein Wunder, dass sie morgens noch halb komatös im Bett rumliegen und sich in der ersten Schulstunde ins Schlafzimmer zurückträumen. 

Erst kürzlich hat mich meine Klasse, bestehend aus vorwiegend Sechzehnjährigen, in Gedanken oder echt gähnend und laut seufzend ermahnt, ich sei viel zu motiviert für die 1. Stunde. Aha. Dann schalte ich mal kurz einen Gang runter, bis ihr wach seid. Oder wir stehen auf und schütteln uns wach! 

Punkt 2:

Chillen ist wichtig. 

Daueraufnahme führt zu Brechanfällen, weil das Gehirn nach Pausen schreit. Und Brechanfälle führen zu Lern- und Prüfungsblockaden. Bumms! Alles futsch! So viel gelernt und jetzt nix mehr da! 

Die Lösung? 

Bewusste Lernphasen, bewusste Pausen dazwischen, bewusste Freizeit. Nix mit Mischmasch. Weil das nix bringt. 

Übrigens: Extrem wichtig – besonders für kreative Köpfe – sind totale Nix-Tu-Phasen. Erst da haben die Ideen nämlich Lust, sich auf die Suche nach uns zu machen.

5. Sinne. Mit Sinn.

Wir Menschen haben 6 Ohrmuskeln. 

Nicht Ohrmuscheln, wohlgemerkt. Muskeln.

Ihr Katzen habt 32 davon. Kein Wunder, dass ihr auf kleinste Geräusche reagiert, im Ultraschallbereich, für den wir Menschen spezielle Geräte brauchen.

Katzenaugen sind wunderschön. Ein Schönheitsmerkmal sozusagen. Und Katzenaugen im übertragenen Sinn machen auf uns aufmerksam und schützen uns im Straßenverkehr. Sehen und gesehen werden.

Riechen, fühlen, schmecken. Ihr Katzen seid wahre Feinschmecker. In jeder Hinsicht, mit allen Sinnen. 

Und ihr wisst, wie wichtig gute Ernährung ist. Auch für uns, wenn wir konzentriert, aufnahmefähig und produktiv sein wollen. Das, was wir reingeben, kommt raus. So einfach ist das. Geben wir also wertvolle Nährstoffe rein. Plus viel Wasser. Das Gehirn trinkt nämlich auch gern. So zwischendurch. 

Was aber lernen wir von euch Katzen in diesem Sinne? Über die Sinne?

Im Hinblick auf das Lernen bedeutet euer enger Bezug zu euren Sinnen, dass wir den Lernprozess am besten multisensorisch gestalten. Übersetzt „vielsinnig“. 

Indem wir alle unsere Sinne einbeziehen. 

Indem wir Abwechslung einbauen. 

Indem wir im Unterricht aufmerksam zuhören

Aufmerksam beobachten. Unser Kopfkino aktivieren, das wir sogar durch Gerüche, Geräusche usw. ergänzen können. Klingt unwahrscheinlich, aber das ist tatsächlich möglich. Sich an Gerüche erinnern. Sie aus dem Gedächtnis hervorkramen und sie nach Bedarf wieder einsetzen. 

Damit wir Gelerntes noch besser einspeichern. In unseren Gedächtnisschrank

Frage: Habe ich den Gedächtnisschrank erfunden oder kennt den zufällig schon jemand? Könnte ja sein. 

6. Spiel & Spaß. Und Überraschung.

Katzen sind VER

VERrückt. 

VERschmust. 

VERspielt.

Sie haben einfach Spaß am Leben und sie stecken andere mit ihrer Lebensfreude an. 

Wenn sie kichern könnten, würden sie es garantiert tun. 

Genau das ist wichtig beim Lernen. Es soll Spaß machen. 

Ok, ich weiß. Immer ist das nicht möglich. Aber immer ist es auch nicht unmöglich. 

Immer ist es nicht ein PUH-SCHULE-Gefühl. Manchmal kann es auch ein COOL-SCHULE-Gefühl sein. Gedacht oder geflüstert, nicht immer laut ausgesprochen. Wäre ab spätestens 10 Jahren peinlich, das zuzugeben. 

Warum Spaß, Lachen und Spielen beim Lernen so wichtig sind? 

Weil unser Lern-Tor dann offen ist, wenn wir positive Gefühle in uns spüren. Bei Angst, Frust, Stress usw. geht das Tor zu und im schlimmsten Fall schalten wir auch noch das gesamte Großhirn, also unseren Computer, aus. 

Kein Wunder, dass dann gar nichts mehr in unseren Kopf reingeht. 

Hat was mit dem limbischen System im Zwischenhirn und unserem ältesten Hirnteil, dem Reptilien- oder Stammhirn, zu tun. 

Erkläre ich euch ein andermal. Hier geht es ja schließlich hauptsächlich um euch als unsere Lehrmeister. Und über das Gehirn werdet ihr Katzen euch sicher nicht das Gehirn zermartern wollen. 

Verstehe ich ja auch. Solange es funktioniert, lieber nicht künstlich Sorgen herbeizaubern wie der Zauberlehrling von Goethe (nicht Göhte…). Nicht die Gegenwart zerdenken. Auch ein Lebenstipp übrigens. 

Deswegen klare Empfehlung: 

Leichtigkeit reinlassen in den Lernprozess, auch wenn der Kopf raucht. 

Spiele, spontane Wettkämpfe gegen sich selbst veranstalten. Wie schnell war ich gestern, wie schnell bin ich heute? Zum Beispiel. 

Sich belohnen. Muss nicht die Spiel-Spaß-Kinderüberraschung sein. Ich kann mir ja mal eine kleine Liste an den Schreibtisch heften, womit ich mich gern belohne.

7. MiAu. Und MiaU.

Ja, ihr beherrscht sie. 

Die verschiedenen Miau-Arten. 

Ihr beherrscht also die Regeln der Kommunikation

Die der nonverbalen Kommunikation sowieso. Das steht außer Zweifel. 

Wie ihr mit wem zu genau welchem Zweck redet. 

Untereinander braucht ihr das berühmte, von uns nachgeahmte Miau nämlich nicht. Da redet ihr umgangssprachliches Kätzisch. 

Mit uns hingegen verwendet ihr das Miau in den verschiedensten Nuancen, um uns klare Signale zu senden. Und ihr schafft es damit sogar, die Babysprache zu imitieren, damit wir noch zusätzlich auf diesen besonderen Aspekt des Kindchenschemas reagieren und euch z.B. mit frischem Futter oder Streicheleinheiten verwöhnen.

Miau. Entspricht jetzt einem Amen.

So sei es. 

8. Fokus. Und Pokus.

Maus

Achtung, meine Maus-Phobie habe ich jetzt viel besser im Griff – also kein lautes Gekreische mehr und auf den Tisch-Gespringe. Hoffe ich zumindest, dass mir diese Form der sportlichen Betätigung erspart bleibt. 

Vogel. Nein, davor fürchte ich mich nicht, keine Sorge.

Schmetterling.

Beute jedenfalls.

Ja, eure Beute lasst ihr nicht aus den Augen. 

Mehr Fokus geht gar nicht. 

Alles andere wird ausgeblendet. Wie unter dem Lichtstrahl einer Taschenlampe

So fühlt sich Effizienz an. 

So fühlt sich Effektivität an. 

Prioritäten setzen und sich dann nicht verzetteln, sondern nur das machen, was wirklich wichtig ist.

Nicht alles zugleich (tun) wollen, sondern schön nacheinander. Schritt für Schritt. 

Übrigens: Handy weg hilft viel beim Lernen. Top-Empfehlung von euch Katzen. Ihr habt ja auch keins.

Wäre nämlich so, als ob ihr auf der Mäusejagd von einem Bienenschwarm gestört würdet. Sssssss!

9. Übungssprung. Und Ziel.

Ihr springt fünfmal so hoch, wie ihr hoch seid. Also sehr hoch. 

Kann man also sagen, dass ihr euch hohe Ziele steckt? Dass ihr es so lange versucht, bis es klappt, das Hoch-Springen? Der Katzen-Hochsprung sozusagen?

Übungen + Springen = Ziel. 

Katzen-Mathematik. Eigentlich ganz logisch. 

Die Erklärung mit Hirn: 5,8 Kilometer Straßennetz befinden sich in den beiden Walnusshälften unter unserem Schädel. Darunter alles, vom Waldweg bis zur Autobahn. Eine Autobahn mit Komfort bildet sich erst, wenn wir den Trampelpfad durch ganz viel Übung immer breiter machen. 

Indem wir durch die Übung immer besser und schneller werden bei etwas. Weil dann alles leichter geht. 

Üben lohnt sich also

Und ebenso lohnt es, sich immer wieder ins Dickicht zu begeben, heraus aus der Komfortzone, um neue Wege zu gehen. Ist anstrengend, aber total spannend!

10. Katzendasein. Und Vorbild.

Folglich seid ihr uns ein Vorbild. Ohne es zu wollen oder zu bezwecken. Einfach so. 

Und das sind die besten Vorbilder, die sich nicht ständig darum bemühen müssen, sondern es einfach sind. 

Ein Vorbild bezüglich Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen

Bezüglich Mut und Lust aufs Eigene-Grenzen-Ausloten. Aufs Überschreiten und Lernen. 

Ein Vorbild im Leben-Genießen. 

Bezüglich ganz viel einfach. 

Danke, Katzen! 

Schön, dass es euch gibt. 

11. Unser Goofy. Und Punkt.

2 Antworten

  1. Wahnsinn, wie viel Weisheit, Wissen, Inspiration und ganz praktische Tipps in diesem Katzen-Artikel enthalten sind. Ich weiß jetzt etwas über Katzenohrenmuskeln und wie Miauen auf Südtirolerisch heisst, wie hoch diese fellnasigen Akrobaten springen und vieles mehr. Da lohnt sich mehrfaches Lesen. Tolle Idee, Euer Familienzuwachs. Viel Freude damit und schreib doch gern bald mehr über Choco und Goofy als Kleinkinder, Teenager, Erwachsene und irgendwann als Senioren. Ich freue mich drauf!

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